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Prophylaxe von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei erwachsenen Patienten mit
nicht-valvulärem Vorhofflimmern und einem oder mehreren Risikofaktoren, wie kongestiver
Herzinsuffizienz, Hypertonie, Alter ab 75 Jahren, Diabetes mellitus, Schlaganfall oder transitorischer
ischämischer Attacke in der Anamnese.
Behandlung von tiefen Venenthrombosen (TVT) sowie Prophylaxe von rezidivierenden TVT und
Lungenembolien (LE) nach akuten TVT bei Erwachsenen.
- Benlysta 120 mg Pulver zur Herstellung eines Infusionslösungskonzentrats.
- Benlysta 400 mg Pulver zur Herstellung eines Infusionslösungskonzentrats.
- MULTAQ® 400 mg Filmtabletten
- Qutenza 179 mg kutanes Pflaster
- Onglyza 2,5 mg Filmtabletten
- Protopic 0,1% Salbe
- IRESSA 250 mg Filmtabletten
- Mycamine 50 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
- Vistide 75 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
- Cayston 75 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Lösung für einen Vernebler
- Protopic 0,03% Salbe
- Xarelto 20 mg Filmtabletten
- Xarelto 15 mg Filmtabletten
- Xarelto 10 mg Filmtabletten
- Mycophenolatmofetil Teva 250 mg Hartkapseln
- Humira 40 mg
- MEPACT 4 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionssuspension
- FABLYN
- Testogel
- Nebido 1000mg/4ml
- Levitra
- A-E-Mulsin® N; -forte; -fortissimum
- Farmorubicin® 10 mg HL | 20 mg HL | -50 mg HL; -Lösung 10 mg | -20 mg | -50 mg
- Latensin®
- Naupathon®
- Cito-Guakalin® Hustensaft
- Grippostad® C
- Hoggar® N
- Pfeil Zahnschmerz-Tabletten® | -forte
- stas® Erkältungssalbe mild
- Digostada® mite | -0,2
- Allopurinol STADA® 300 mg
- Ulcurilen®-Wundsalbe N
- Piniol® Nasensalbe
- Kamille Spitzner® N
- Perozon® Rosmarin-Ölbad mono
- Pinimenthol® Erkältungskapseln
- Pinimenthol® Erkältungsbad
- Pinimenthol®-S Erkältungsbalsam mild
- Piniol® Nasenspray gegen Schnupfen
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Anti-thrombotic Agent
Rivaroxaban
Jede Filmtablette enthält 20 mg Rivaroxaban. Sonstige(r) Bestandteil(e): Jede 20 mg-Filmtablette enthält 22,9 mg Lactose-Monohydrat.
Filmtablette (Tablette). Braun-rote, runde, bikonvexe Tabletten (6 mm Durchmesser, 9 mm Wölbungsradius), die auf der einen Seite mit dem BAYER-Kreuz und auf der anderen Seite mit "20" und einem Dreieck gekennzeichnet sind.
Prophylaxe von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei erwachsenen Patienten mit
nicht-valvulärem Vorhofflimmern und einem oder mehreren Risikofaktoren, wie kongestiver
Herzinsuffizienz, Hypertonie, Alter ab 75 Jahren, Diabetes mellitus, Schlaganfall oder transitorischer
ischämischer Attacke in der Anamnese.
Behandlung von tiefen Venenthrombosen (TVT) sowie Prophylaxe von rezidivierenden TVT und
Lungenembolien (LE) nach akuten TVT bei Erwachsenen.
Dosierung
Prophylaxe von Schlaganfällen und systemischen Embolien
Die empfohlene Dosis ist 20 mg einmal täglich, was auch der empfohlenen Maximaldosis entspricht.
Die Therapie mit Xarelto sollte über längere Zeit hinweg fortgesetzt werden, vorausgesetzt, der
Nutzen der Prophylaxe von Schlaganfällen und systemischen Embolien überwiegt das Risiko einer
Blutung.
Wenn eine Einnahme vergessen wurde, sollte der Patient Xarelto sofort einnehmen und am nächsten
Tag mit der täglichen Einzeldosis wie empfohlen fortfahren. Es sollte keine doppelte Dosis an einem
Tag eingenommen werden, um eine vergessene Einnahme nachzuholen.
Behandlung von TVT und Prophylaxe von rezidivierenden TVT und LE
Die empfohlene Dosis zur Initialbehandlung von akuten TVT ist 15 mg zweimal täglich innerhalb der
ersten drei Wochen, gefolgt von 20 mg einmal täglich für die Weiterbehandlung sowie zur Prophylaxe
von rezidivierenden TVT und LE, wie in der unten stehenden Tabelle aufgeführt.
| Dosierungsplan | Maximale Tagesdosi | |
| Tag 1-21 | 15 mg zweimal täglich | 30 mg |
| ab Tag 22 | 20 mg einmal täglic | 20 mg |
Die Therapiedauer sollte nach sorgfältiger Abwägung des Nutzens der Behandlung hinsichtlich des
Blutungsrisikos individualisiert werden. Eine kurze Therapiedauer (3 Monate)
sollte auf der Grundlage von vorübergehenden Risikofaktoren (z.B. vorausgegangene Operation,
Trauma, Immobilisierung) und eine längere Therapiedauer auf permanenten Risikofaktoren oder einer
idiopathischen TVT basieren. Die Erfahrungen mit Xarelto bei dieser Indikation über einen Zeitraum
von mehr als 12 Monaten sind begrenzt.
Wenn eine Dosis während der Behandlungsphase, in der 15 mg zweimal täglich eingenommen werden
(Tag 1 - 21), vergessen wurde, sollte der Patient Xarelto sofort einnehmen, um die 30 mg Xarelto
Tagesdosis sicherzustellen. In diesem Fall können zwei 15 mg-Tabletten auf einmal eingenommen
werden. Der Patient sollte am nächsten Tag mit der regulären Einnahme von 15 mg zweimal täglich
wie empfohlen fortfahren.
Wenn eine Dosis während der Behandlungsphase, in der einmal täglich eingenommen werden soll (ab
Tag 22), vergessen wurde, sollte der Patient Xarelto sofort einnehmen und am nächsten Tag mit der
regulären Einnahme einmal täglich wie empfohlen fortfahren.
Es sollte keine doppelte Dosis an einem Tag eingenommen werden, um eine vergessene Einnahme
nachzuholen.
Umstellung von Vitamin-K-Antagonisten (VKA) auf Xarelto
Bei Patienten, die zur Prophylaxe von Schlaganfällen und systemischen Embolien behandelt werden,
sollte die VKA-Behandlung beendet und die Xarelto-Therapie begonnen werden, sobald die INR = 3,0
ist.
Bei Patienten, die wegen TVT sowie zur Prophylaxe von rezidivierenden TVT und LE behandelt
werden, sollte die VKA-Behandlung beendet und die Xarelto-Therapie begonnen werden, sobald die
INR = 2,5 ist.
Wenn Patienten von VKAs auf Xarelto umgestellt werden, werden die INR-Werte nach der Einnahme
von Xarelto fälschlicherweise erhöht sein. Die INR ist zur Bestimmung der antikoagulatorischen
Wirkung von Xarelto nicht aussagekräftig und sollte deshalb nicht angewendet werden (siehe
Abschnitt 4.5).
Umstellung von Xarelto auf Vitamin-K-Antagonisten (VKA)
Es besteht die Möglichkeit einer nicht angemessenen Antikoagulation während der Umstellung von
Xarelto auf VKA. Eine kontinuierlich angemessene Antikoagulation muss während jeder Umstellung
auf ein alternatives Antikoagulanz sichergestellt sein. Es muss beachtet werden, dass Xarelto zu einer
erhöhten INR beitragen kann.
Bei Patienten, die von Xarelto auf VKA umgestellt werden, sollte der VKA gleichzeitig verabreicht
werden, bis die INR = 2,0 ist. Während der ersten zwei Tage der Umstellungszeit sollte die übliche
Anfangsdosierung des VKA angewendet werden, gefolgt von einer VKA-Dosierung, die sich an den
INR-Werten orientiert. Bei Patienten, die gleichzeitig Xarelto und VKA einnehmen, sollte die INRMessung nicht früher als 24 Stunden nach der vorhergehenden Einnahme, aber vor der nächsten
Einnahme von Xarelto erfolgen. Sobald Xarelto abgesetzt ist, kann eine zuverlässige
INR-Bestimmung erfolgen, wenn die letzte Einnahme mindestens 24 Stunden zurückliegt (siehe
Abschnitte 4.5 und 5.2).
Umstellung von parenteral verabreichten Antikoagulanzien auf Xarelto
Bei Patienten, die momentan ein parenterales Antikoagulanz verabreicht bekommen, sollte mit Xarelto
0 bis 2 Stunden vor dem Zeitpunkt der nächsten geplanten Verabreichung des parenteralen
Arzneimittels (z. B. Niedermolekulare Heparine (NMH)) oder zum Zeitpunkt des Absetzens eines
kontinuierlich verabreichten parenteralen Arzneimittels (z. B. intravenös verabreichtes
unfraktioniertes Heparin) begonnen werden. 38
Umstellung von Xarelto auf parenteral verabreichte Antikoagulanzien
Die erste Dosis des parenteralen Antikoagulanz sollte zu dem Zeitpunkt verabreicht werden, an dem
die nächste Xarelto Dosis eingenommen werden sollte.
Besondere Patientengruppen
Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit einer leichten Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 50 - 80 ml/min) ist
keine Dosisanpassung erforderlich.
Bei Patienten mit einer mittelschweren (Kreatinin-Clearance 30 - 49 ml/min) oder einer schweren
Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 15 - 29 ml/min) werden die folgenden Dosierungen
empfohlen:
- Zur Prophylaxe von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei Patienten mit
nicht-valvulärem Vorhofflimmern beträgt die empfohlene Dosis 15 mg einmal täglich (siehe
Abschnitt 5.2).
- Zur Behandlung von TVT sowie Prophylaxe von rezidivierenden TVT und LE: Patienten
sollten in den ersten 3 Wochen mit 15 mg zweimal täglich behandelt werden. Anschließend
beträgt die empfohlene Dosierung 15 mg einmal täglich, basierend auf einer PK-Modellierung.
Die begrenzten klinischen Daten von Patienten mit einer schweren Nierenfunktionsstörung
(Kreatinin-Clearance 15 - 29 ml/min) weisen auf signifikant erhöhte Rivaroxaban
Plasmakonzentrationen hin. Deshalb ist Xarelto bei diesen Patienten mit Vorsicht anzuwenden. Die
Anwendung bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 15 ml/min wird nicht empfohlen (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.2).
Leberfunktionsstörungen
Xarelto ist kontraindiziert bei Patienten mit Lebererkrankungen, die mit einer Koagulopathie und
einem klinisch relevanten Blutungsrisiko, einschließlich zirrhotischer Patienten mit Child Pugh B und
C, verbunden sind.
Ältere Patienten
Keine Dosisanpassung.
Körpergewicht
Keine Dosisanpassung.
Geschlecht
Keine Dosisanpassung.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Xarelto bei Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor. Daher wird die Anwendung von Xarelto bei Kindern unter 18 Jahren nicht empfohlen.
Art der Anwendung
Zum Einnehmen. Die Tabletten sind mit einer Mahlzeit einzunehmen.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Xarelto bei Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor. Daher wird die Anwendung von Xarelto bei Kindern unter 18 Jahren nicht empfohlen.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
Klinisch relevante akute Blutungen.
Lebererkrankungen, die mit einer Koagulopathie und einem klinisch relevanten Blutungsrisiko,
einschließlich zirrhotischer Patienten mit Child Pugh B und C, verbunden sind.
Schwangerschaft und Stillzeit.
Eine klinische Überwachung in Übereinstimmung mit der antikoagulatorischen Praxis wird während
der gesamten Behandlungsdauer empfohlen.
Blutungsrisiko
In den klinischen Studien wurden Schleimhautblutungen (z.B. Nasenbluten, gingivale,
gastrointestinale, urogenitale) und Anämie während der Langzeitbehandlung unter Rivaroxaban
häufiger beobachtet als unter VKA Behandlung. Deshalb könnte zusätzlich zur angemessenen
klinischen Überwachung eine Laboruntersuchung des Hämoglobins/Hämatokrits zur Erkennung
okkulter Blutungen von Nutzen sein, wenn dieses für angemessen gehalten wird.
Verschiedene Untergruppen von Patienten, die unten näher beschrieben werden, haben ein erhöhtes
Blutungsrisiko. Diese Patienten müssen von Beginn der Behandlung an sorgfältig auf Anzeichen und
Symptome für Blutungskomplikationen und Anämien überwacht werden.
Bei jedem ungeklärten Hämoglobin- oder Blutdruckabfall sollte nach einer Blutungsquelle gesucht
werden.
Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit einer schweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) kann der
Rivaroxaban Plasmaspiegel signifikant erhöht sein (im Mittel 1,6 fach), was zu einem erhöhten
Blutungsrisiko führen kann. Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von 15 - 29 ml/min ist
Xarelto mit Vorsicht anzuwenden. Die Anwendung bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance
< 15 ml/min wird nicht empfohlen.
Xarelto sollte mit Vorsicht bei Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung eingesetzt werden, die
gleichzeitig andere Arzneimittel erhalten, die potente CYP3A4-Hemmer (z.B. Clarithromycin,
Telithromycin) sind, da eine PK Modellierung erhöhte Rivaroxaban Konzentrationen bei diesen
Patienten zeigt.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Bei Patienten, die gleichzeitig eine systemische Behandlung mit Azol-Antimykotika (wie
Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol und Posaconazol) oder HIV-Proteaseinhibitoren (z. B.
Ritonavir) erhalten, wird die Anwendung von Xarelto nicht empfohlen. Diese Wirkstoffe sind starke
Inhibitoren sowohl von CYP3A4 als auch von P-gp und können daher die Plasmakonzentration von
Rivaroxaban in einem klinisch relevanten Ausmaß erhöhen (im Mittel 2,6 fach), was zu einem
erhöhten Blutungsrisiko führen kann.
Vorsicht ist geboten bei Patienten, die gleichzeitig mit auf die Gerinnung wirkenden Arzneimitteln
wie nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSARs), Acetylsalicylsäure,
Thrombozytenaggregationshemmer oder anderen Antikoagulanzien behandelt werden. Bei Patienten
mit dem Risiko einer ulzerativen gastrointestinalen Erkrankung kann eine angemessene
prophylaktische Behandlung in Erwägung gezogen werden.
Weitere Risikofaktoren für Blutungen
Wie jedes Antikoagulanz ist Rivaroxaban mit Vorsicht bei Patienten einzusetzen, die ein erhöhtes
Blutungsrisiko aufweisen, wie z. B. bei:
? angeborenen oder erworbenen Blutgerinnungsstörungen
? nicht eingestellter, schwerer arterieller Hypertonie
? aktiver ulzerativer Erkrankung des Gastrointestinaltrakts
? kürzlich aufgetretenen Ulcera im Gastrointestinaltrakt
? vaskulärer Retinopathie
? kürzliche intrakranielle oder intrazerebrale Blutung
? intraspinalen oder intrazerebralen Gefäßanomalien
? kürzlich durchgeführten Operationen am Gehirn, Rückenmark oder Auge
? Bronchiektasie oder pulmonale Blutung in der Anamnese. 40
Patienten mit künstlichen Herzklappen
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Xarelto wurden bei Patienten mit künstlichen Herzklappen nicht
untersucht; daher liegen keine Daten vor, die eine angemessene antikoagulatorische Wirkung von
Xarelto 20 mg (15 mg bei Patienten mit einer mittelschweren oder schweren Nierenfunktionsstörung)
in dieser Patientengruppe belegen. Die Behandlung mit Xarelto wird bei diesen Patienten nicht
empfohlen.
Patienten mit akuter Lungenembolie
Xarelto wird zur Behandlung der akuten Lungenembolie nicht empfohlen.
Dosierungsempfehlungen vor und nach invasiven Verfahren und chirurgischen Eingriffen
Falls ein invasives Verfahren oder ein chirurgischer Eingriff notwendig ist, sollte Xarelto mindestens
24 Stunden vor dem Eingriff abgesetzt werden, falls dies möglich ist und der Arzt es aus klinischer
Sicht vertreten kann.
Falls der Eingriff nicht aufgeschoben werden kann, sollte das erhöhte Blutungsrisiko gegenüber der
Notwendigkeit des Eingriffs abgewogen werden.
Xarelto sollte nach dem invasiven Verfahren oder der chirurgischen Intervention möglichst bald
wieder eingenommen werden, falls die klinische Situation dies erlaubt und eine angemessene
Hämostase eingesetzt hat.
Informationen über sonstige Bestandteile
Xarelto enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel
oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.
CYP3A4 und P-gp Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von Rivaroxaban und Ketoconazol (400 mg einmal täglich) oder
Ritonavir (600 mg zweimal täglich) führte zu einem 2,6 fachen bzw. 2,5 fachen Anstieg des mittleren
AUC Wertes sowie zu einem 1,7 fachen bzw. 1,6 fachen Anstieg der mittleren Cmax Werte von
Rivaroxaban. Der Anstieg ging mit einer signifikanten Zunahme der pharmakodynamischen Wirkung
einher, was zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen kann. Deshalb wird die Anwendung von Xarelto
bei Patienten, die gleichzeitig eine systemische Behandlung mit Azol-Antimykotika wie Ketoconazol,
Itraconazol, Voriconazol und Posaconazol oder mit HIV-Proteaseinhibitoren erhalten, nicht
empfohlen. Diese Wirkstoffe sind starke Inhibitoren sowohl von CYP3A4 als auch von P-gp (siehe
Abschnitt 4.4).
Von Wirkstoffen, die nur einen der Eliminationswege von Rivaroxaban, entweder CYP3A4 oder P-gp,
stark inhibieren, wird erwartet, dass sie die Plasmakonzentration von Rivaroxaban in einem geringeren
Ausmaß erhöhen. Clarithromycin (500 mg zweimal täglich) beispielsweise, ein starker Inhibitor von
CYP3A4 und moderater Inhibitor von P-gp, führte zu einem 1,5 fachen Anstieg der mittleren AUC
und einem 1,4 fachen Anstieg der Cmax Werte von Rivaroxaban. Dieser Anstieg wird nicht als klinisch
relevant eingestuft.
Erythromycin (500 mg dreimal täglich), ein moderater Inhibitor von CYP3A4 und P-gp, führte zu
einem 1,3 fachen Anstieg der mittleren AUC und Cmax von Rivaroxaban. Dieser Anstieg wird nicht als
klinisch relevant eingestuft.
Fluconazol (400 mg einmal täglich), welches als ein moderater CYP3A4 Inhibitor betrachtet wird,
führte zu einem 1,4 fachen Anstieg der mittleren Rivaroxaban AUC und einem 1,3 fachen Anstieg der
mittleren Cmax. Dieser Anstieg wird nicht als klinisch relevant betrachtet.
Betrachtet man die begrenzt vorliegenden klinischen Daten zu Dronedaron, sollte eine gleichzeitige
Gabe mit Rivaroxaban vermieden werden. 41
Antikoagulanzien
Bei kombinierter Gabe von Enoxaparin (40 mg Einmalgabe) mit Rivaroxaban (10 mg Einmalgabe)
wurde ein additiver Effekt auf die anti-Faktor-Xa-Aktivität ohne weitere Auswirkungen auf die
Gerinnungstests (PT, aPTT) beobachtet. Enoxaparin hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik
von Rivaroxaban.
Wegen des erhöhten Blutungsrisikos ist bei Patienten, die gleichzeitig andere Antikoagulanzien
erhalten, Vorsicht geboten.
NSARs/Thrombozytenaggregationshemmer
Bei gleichzeitiger Gabe von Rivaroxaban (15 mg) und 500 mg Naproxen wurde keine klinisch
relevante Verlängerung der Blutungszeit beobachtet. Einzelne Patienten können jedoch eine verstärkte
pharmakodynamische Wirkung zeigen.
Bei gleichzeitiger Gabe von Rivaroxaban und 500 mg Acetylsalicylsäure wurden keine klinisch
signifikanten pharmakokinetischen oder pharmakodynamischen Wechselwirkungen beobachtet.
Clopidogrel (300 mg Anfangsdosis gefolgt von 75 mg Erhaltungsdosis) zeigte keine
pharmakokinetische Wechselwirkung mit Rivaroxaban (15 mg). Jedoch wurde bei einer Subgruppe
von Patienten eine relevante Zunahme der Blutungszeit festgestellt, die nicht mit der
Thrombozytenaggregation, der P-Selektin- oder der GPIIb/IIIa Rezeptor Level korrelierte.
Vorsicht ist geboten, wenn Patienten gleichzeitig mit NSARs (einschließlich Acetylsalicylsäure) und
Thrombozytenaggregationshemmern behandelt werden, da für diese Arzneimittel ein erhöhtes
Blutungsrisiko bekannt ist.
Warfarin
Eine Umstellung von Patienten vom Vitamin-K-Antagonisten Warfarin (INR 2,0 bis 3,0) auf
Rivaroxaban (20 mg) oder von Rivaroxaban (20 mg) auf Warfarin (INR 2,0 bis 3,0) erhöhte die
Prothrombin-Zeit/INR (Neoplastin) supraadditiv (individuelle INR-Werte von bis zu 12 wurden
beobachtet), während die Wirkungen auf aPTT, die Hemmung der Faktor Xa-Aktivität und das
endogene Thrombinpotential additiv waren.
Falls ein Test der pharmakodynamischen Wirkungen von Rivaroxaban während der Umstellungszeit
erwünscht ist, können die Anti-Faktor Xa-Aktivität, PiCT und Heptest verwendet werden, da diese
Tests durch Warfarin nicht beeinträchtigt werden. Am vierten Tag nach der letzten Warfarindosis
weisen alle Tests (einschließlich PT, aPTT, Hemmung der Faktor Xa-Aktivität und ETP) nur die
Wirkung von Rivaroxaban nach.
Falls ein Test der pharmakodynamischen Wirkungen von Warfarin während der Umstellungszeit
erwünscht ist, kann die INR-Messung zum Zeitpunkt Ctrough von Rivaroxaban verwendet werden
(24 Stunden nach vorheriger Einnahme von Rivaroxaban), da dieser Test zu diesem Zeitpunkt nur
geringfügig durch Rivaroxaban beeinträchtigt wird.
Es wurde keine pharmakokinetische Wechselwirkung zwischen Warfarin und Rivaroxaban
beobachtet.
CYP3A4 Induktoren
Die gleichzeitige Gabe von Rivaroxaban mit dem starken CYP3A4 Induktor Rifampicin führte zu
einer Abnahme des mittleren AUC Wertes von Rivaroxaban um ca. 50 % und damit zu einer
verminderten pharmakodynamischen Wirkung. Die gleichzeitige Gabe von Rivaroxaban und anderen
starken CYP3A4 Induktoren (z. B. Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital oder Johanniskraut) kann
ebenfalls die Plasmakonzentration von Rivaroxaban senken. Starke CYP3A4 Induktoren sollten mit
Vorsicht gleichzeitig angewendet werden.
Andere Begleittherapien
Bei gleichzeitiger Gabe von Rivaroxaban und Midazolam (Substrat von CYP3A4), Digoxin (Substrat
von P-gp), Atorvastatin (Substrat von CYP3A4 und P-gp) oder Omeprazol (Protonenpumpenhemmer)
wurden keine klinisch signifikanten pharmakokinetischen oder pharmakodynamischen
Wechselwirkungen beobachtet. Rivaroxaban hat weder inhibierende noch induzierende Wirkung auf
relevante CYP Isoenzyme, wie z. B. CYP3A4. 42
Laborparameter
Die Gerinnungsparameter (z. B. PT, aPTT, HepTest) werden erwartungsgemäß durch die
Wirkungsweise von Rivaroxaban beeinflusst.
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die Sicherheit von Rivaroxaban wurde in acht Phase III Studien mit 16.041 Patienten, die mit
Rivaroxaban behandelt wurden, untersucht (siehe Zusammenfassung Der Merkmale Des Arzneimittels Abschnitt 4.8 Tabelle 1).
Ingesamt wurde bei 73 % der mit mindestens einer Dosis Rivaroxaban behandelten Patienten über
Nebenwirkungen berichtet, die während der Behandlung auftraten. Bei etwa 24 % der Patienten traten
Nebenwirkungen auf, die den Angaben der Prüfärzte zufolge im Zusammenhang mit der Behandlung
standen. Bei Patienten, die mit 10 mg Xarelto behandelt wurden und sich einer Hüft- oder
Kniegelenkersatzoperation unterzogen, traten bei etwa 6,8 % der Patienten Blutungen und bei etwa
5,9 % der Patienten eine Anämie auf. Bei Patienten, die entweder mit 15 mg Xarelto zweimal täglich,
gefolgt von 20 mg einmal täglich zur Behandlung von TVT, oder mit 20 mg einmal täglich zur
Prophylaxe von rezidivierenden TVT und LE behandelt wurden, traten bei etwa 22,7 % der Patienten
Blutungen und bei etwa 1,8 % der Patienten eine Anämie auf. Bei Patienten, die zur Prophylaxe von
Schlaganfällen und systemischen Embolien behandelt wurden, wurde über Blutungen jeglicher Art
oder jeglichen Schweregrades mit einer Ereignisrate von 28 pro 100 Patientenjahren und über Anämie
mit einer Ereignisrate von 2,5 pro 100 Patientenjahren berichtet.
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Die Häufigkeiten der berichteten Nebenwirkungen mit Xarelto sind in Tabelle 2 nach
Systemorganklassen (gemäß MedDRA) und nach Häufigkeit zusammengefasst.
Die Häufigkeiten werden wie folgt eingeteilt:
Häufig (= 1/100, < 1/10)
Gelegentlich (= 1/1.000, < 1/100)
Selten (= 1/10.000, < 1/1.000)
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Siehe Zusammenfassung Der Merkmale Des Arzneimittels Abschnitt 4.8 Tabelle 2.
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Aufgrund seiner pharmakologischen Wirkungsweise kann die Anwendung von Xarelto mit einem
erhöhten Risiko okkulter oder sichtbarer Blutungen aus jedem Gewebe oder Organ verbunden sein,
die zu einer posthämorrhagischen Anämie führen können. Anzeichen, Symptome und Schwere
(einschließlich eines tödlichen Ausgangs) variieren je nach Lokalisation und Grad oder Ausmaß der
Blutung und/oder Anämie.
In den klinischen Studien wurden Schleimhautblutungen (z.B. Nasenbluten, gingivale,
gastrointestinale, urogenitale) und Anämie während der Langzeitbehandlung unter Rivaroxaban
häufiger beobachtet als unter VKA Behandlung. Deshalb könnte zusätzlich zur angemessenen
klinischen Überwachung eine Laboruntersuchung des Hämoglobins/Hämatokrits zur Erkennung
okkulter Blutungen von Nutzen sein, wenn dieses für angemessen gehalten wird.
Das Blutungsrisiko kann bei bestimmten Patientengruppen erhöht sein, wie z. B. bei Patienten mit
nicht eingestellter, schwerer arterieller Hypertonie und/oder bei Patienten, mit gleichzeitiger die
Hämostase beeinflussenden Behandlung (siehe Blutungsrisiko in Abschnitt 4.4). Die
Menstruationsblutung kann an Intensität und/oder Dauer zunehmen. Blutungskomplikationen können
sich als Schwächegefühl, Blässe, Schwindel, Kopfschmerzen oder unerklärliche Schwellung sowie
Dyspnoe und unerklärlicher Schock zeigen. Als Folgen einer Anämie wurden in einigen Fällen
Symptome einer kardialen Ischämie wie Brustschmerz oder Angina pectoris beobachtet.
Bekannte Komplikationen infolge schwerer Blutungen, wie ein Kompartmentsyndrom und 46
Nierenversagen aufgrund einer Hypoperfusion wurden unter Xarelto berichtet. Deshalb muss bei der
Beurteilung eines jeden Patienten unter Behandlung mit Antikoagulanzien die Möglichkeit einer
Blutung in Betracht gezogen werden.
Bayer plc
POM – Prescription Only Medicine
03 February 2012






















